Eine Stadt sieht rot: Tomatina in Buñol

Mittwoch, 25. August 2010 7:28

Am heutigen letzten Mittwoch im August gibt es im valencianischen Buñol, im Osten Spaniens, nur noch eine Farbe: rot. Mit mehr als 100.000 Kilo reifen Tomaten liefern sich inzwischen mehr Gäste als Einwohner eine einstündige Schlacht. Los geht es um 11 Uhr vormittags, um 12 Uhr mittags ist Schluss – danach ist das Werfen mit Tomaten strengstens verboten, denn dann rückt die Feuerwehr an…

Die Tomatina findet bereits seit Mitte der 1940er Jahre statt, ihren Ursprung hat sie wahrscheinlich in einer Streiterei zwischen Jugendlichen während eines Festtagsumzugs, in deren Verlauf die Auslagen eines nahen Gemüsestandes zu Wurfgeschossen umfunktioniert wurden. Seit 1957 ist die Tomatenschlacht im August offiziell erlaubt. Nachdem sie in den 1980er Jahren durch eine Fernsehreportage in ganz Spanien bekannt wurde, setzte der Siegeszug der Tomatina sich auch international fort – heutzutage kommen mehrere zehntausend Besucher in das 9.000 Einwohner zählende Städtchen, um einmal von Kopf bis Fuß nur rot zu sehen…

Internationale Ableger der Tomatina gibt es mittlerweile auch. Seit es im kolumbianischen Sutamarchán 2004 einen Ernteüberschuss an Tomaten zu vermelden gab, wird dort am 15. Juni Tomatina gefeiert. Und auch in der chinesischen Stadt Dongguan werden am 19. Oktober nach spanischem Vorbild jedes Jahr bis zu 15 Tonnen Tomaten verfeuert.

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Widerrufsrecht: Online-Händler klagen über Missbrauch

Dienstag, 24. August 2010 9:36

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat die Ergebnisse einer gemeinsam mit Trusted Shops durchgeführten Umfrage unter Online-Händlern zum Thema Widerrufsrecht veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die überwiegende Mehrzahl aller Online-Händler häufig mit Missbrauch des Widerrufsrechts seitens der Verbraucher zu kämpfen hat. So werden Waren ganz offensichtlich weit über eine Prüfung hinaus benutzt und häufig mit deutlichen Gebrauchsspuren wieder zurückgesendet, so dass ein Wiederverkauf häufig unmöglich ist.

Am häufigsten wird das Widerrufsrecht beim Online-Kauf von Kleidung genutzt, dabei werden weit überdurchschnittlich solche Artikel in schlechtem Zustand zurückgesendet, die gewöhnlich einmalig zu bestimmten Anlässen getragen werden: so z.B. Karnevalskostüme oder hochwertige Damenkleider. Beim Verkauf von Taufkleidern zum Beispiel kommen einzelne Händler sogar auf eine Widerrufsrate von 70%. Die Konsequenz für die Online-Händler: entweder werden die besonders betroffenen Produkte aus dem Sortiment genommen oder die durch den Missbrauch entstehenden Kosten in die Preise einkalkuliert. In den wenigsten Fällen wird dem Verbraucher gegenüber vom Online-Händler ein Anspruch auf Wertersatz geltend gemacht – noch seltener wird dieser gerichtlich eingeklagt. Hieraus spricht offensichtlich die Erfahrung, dass Gerichte in den allermeisten Fällen zugunsten des Verbrauchers entscheiden.

Auf der Basis einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs aus dem September 2009 kämen für eine gesetzliche Neuregelung des Wertersatzes verschiedene Varianten in Frage. Die befragten Händler sprachen sich nahezu einhellig für die auch im Referentenentwurf vorgesehene Möglichkeit aus, einen Anspruch auf Wertersatz für solche Fälle zuzulassen,in denen “der Verbraucher die Ware in einer Art und Weise genutzt hat, die über die Prüfung der Eigenschaften und der Funktionsfähigkeit bzw. der Ware hinausgeht”. Problematisch ist aus Händlersicht der Ausschluss von Wertersatzforderungen bei “bestimmungsgemäßer” Nutzung der Ware: Hygieneartikel wie z.B. Toilettenbürsten lassens ich auch nach einmaliger “bestimmungsgemäßer” Nutzung nicht mehr verkaufen…

Käme es zum gänzlichen Ausschluss eines Wertersatzanspruchs gegenüber dem Käufer, wäre mißbräuchlichen und spaßeshalber getätigten Bestellungen Tür und Tor geöffnet – eine endlose Kostenspirale für jeden Online-Händler.

Quelle: Deutscher Industrie- und Handelskammertag

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Lebensmittel via amazon: Schwacher Start

Dienstag, 17. August 2010 8:15

Seit sechs Wochen gibt es nun Lebensmittel bei amazon.de zu kaufen, die große Angst vor der Online-Konkurrenz ist bei den stationären Lebensmittelhändlern aber ausgeblieben. Zu gering ist das Interesse der Deutschen insgesamt am Lebensmitteleinkauf via Internet, und zu wenig überzeugend das amazon-Angebot. Bereits zwei Wochen nach dem Start hatten Verbraucherschützer den Lebensmittel-Verkauf des Online-Riesen kritisiert: die Produkte seien zu teuer, die Lieferzeiten zu lang, alles zu umständlich und intransparent.

Deutschland ist innerhalb Europas ein ungewöhnlich schwieriger Markt für das Geschäftsmodell Lebensmittel Online. Die Supermarktdichte ist so hoch wie in keinem anderen europäischen Land – einer der Hauptgründe für die geringe Akzeptanz dieses Online-Handelszweigs: auf gerade mal 0,1 % schätzen Experten den Online-Anteil am Lebensmittelumsatz.

Aber mal ganz ehrlich: wer möchte denn auch seinen Joghurt von DHL geliefert bekommen? Die Einbindung in die Logistik einer bestehenden Supermarkt-Kette beispielsweise mit kurzen Lieferzeiten bspw. aus dem nächstgelegenen Markt bietet da ganz andere Perspektiven, bei denen sich sicherlich noch der ein oder andere Online-Käufer finden lassen würden. Aber auch mit einem zentralen Lager lässt sich das Thema erfolgreich angehen, wie der britische Branchen-Marktführer Ocado beweist. Doch die Herausforderung ist groß, gerade in Deutschland, wahrscheinlich zu groß, um als bloßes Anhängsel an ein ansonsten einwandfrei funktionierendes Online-Handelskonzept zu funktionieren…

Mehr zum Online-Lebensmittelhandel bei unseren europäischen Nachbarn? Unseren ausführlichen Vergleich finden Sie in der eCommerce-Lounge.

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Mariä Himmelfahrt war gestern? Nicht in Spanien…

Montag, 16. August 2010 7:23

Während sich das Bayerische Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung in diesem Jahr wohl keine allzu große Mühe geben musste, um herauszufinden, in welchen der bayerischen Gemeinden denn am diesjährigen 15. August Feiertag zu Ehren von Mariä Himmelfahrt sein darf (Feiertagsstatus hat das Fest nämlich nur in Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung), lassen sich die Spanier ihren Feiertag nicht so einfach nehmen. Dort wird, zumindest in Andalusien, Aragón und Asturien, am heutigen 16. August nachgefeiert, denn gestern war ja ohnehin Sonntag…

LingBits
dt. Mariä Himmelfahrt – span. Asunción de la Virgen oder Asunción de María

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Einfacher Handeln in Europa: Harmonisierung des EU-Vertragsrechts

Mittwoch, 11. August 2010 10:57

Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen können sich seit 01. Juli 2010 zum aktuellen Grünbuch der EU-Kommission “Optionen für die Einführung eines Europäischen Vertragsrechts für Verbraucher und Unternehmen” äußern. Das Grünbuch enthält verschiedene Vorschläge für eine Harmonisierung bzw. Vereinheitlichung des europäischen Vertragsrechts, mit dem Ziel, den grenzüberschreitenden Handel sowohl für Unternehmen als auch für Verbraucher zu vereinfachen. Die Vorschläge reichen von der simplen Veröffentlichung der Ergebnisse der im April 2010 eingesetzten Expertengruppe bis hin zu einer Verordnung zur Einführung eines Europäischen Zivilrechtsgesetzbuches.

Das Grünbuch ist auf der Website der Kommission veröffentlicht. Die öffentliche Konsultation läuft noch bis zum 31. Januar 2011.

> PDF der deutschen Fassung des Grünbuchs

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Feiertag in der Mitte der Welt

Dienstag, 10. August 2010 20:28

Im wahrsten Sinne des Wortes in der Mitte der Welt wird heute mehr gefeiert als gearbeitet: Ecuador, nach seiner Lage direkt am Äquator benannt, feiert heute seinen Unabhängigkeitstag. Das Land in den Anden feierte bereits im letzten Jahr den 200. Jahrestag der Unabhängigkeitsbewegung, dennoch ging auch der 201. Feiertag nicht sang- und klanglos vorüber. Google Ecuador spendierte dem Feiertag sogar ein eigenes Tages-Logo.

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eCommerce: Neues Verbraucherrechte-Portal

Dienstag, 3. August 2010 15:28

Unter dem Namen Verbraucherrechte im Internet informiert das Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz Baden-Württemberg seit kurzem über die Themen eCommerce und Sicherheit im Internet. Das Portal möchte auf häufig auftauchende Fragen beim Online-Shopping antworten, wie z.B. Wie kommt ein Vertrag im Internet zustande? Kann ich die Ware zurückgeben, wenn sie mir nicht gefällt? Welche Zahlungsarten gibt es im Internet? Wo finde ich Hilfe, wenn es zum Streit kommt?

Dabei macht das Portal nicht an Ländergrenzen Halt, sondern beschäftigt sich auch mit Fragen des grenzüberschreitenden Online-Handels. Welches Recht gilt, wenn der Verkäufer in einem anderen Staat sitzt? Wie kann ich mein Recht im Europäischen Mahnverfahren oder auch im Europäischen Bagatellverfahren einfordern?

Doch die Tipps und Hinweise beschränken sich nicht auf das Thema eCommerce, auch auf die Fragen Wie erstellt man eine eigene Internetseite? Darf ich frei zugängliches Material aus dem Internet herunterladen? oder Welche Datenspuren hinterlasse ich im Internet? will das Portal Antworten geben. Darüber hinaus gibt es Extra-Rubriken für Kinder, Jugendliche & Senioren.

http://www.internet-verbraucherrechte.de

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Katalonien: Todesstoß für den Stierkampf

Donnerstag, 29. Juli 2010 6:41

Als erste Provinz auf dem spanischen Festland hat Katalonien am gestrigen Mittwoch für ein Verbot der corridas, der traditionellen spanischen Stierkämpfe, gestimmt. Ab 2012 wird es auf katalanischem Boden keine Stierkämpfe mehr geben, dafür sprachen sich 68 der 132 Abgeordneten des katalanischen Parlaments aus. Das Ergebnis wurde von den Tierschutzverbänden, die seit Jahren für ein Verbot der corridas kämpfen, mit Begeisterung aufgenommen. Ebenso stark war jedoch auch die Empörung von Stierkampf-aficionados, die in dem Verbot einen Verlust wertvollen spanischen Kulturguts sehen. Des weiteren werden den Befürwortern des Verbots politische Gründe vorgeworfen: die Ablehnung begründe sich in den Bestrebungen Kataloniens nach mehr Eigenständigkeit und Autonomie gegenüber Spanien.

Auf den kanarischen Inseln ist der Stierkampf bereits seit 1991 verboten.

LingBits
dt. Stierkampf – span. la corrida de toros
dt. Fan- span. el aficionado

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Feiertag in der spanischen Provinz Kantabrien

Mittwoch, 28. Juli 2010 6:45

Haben Sie Kunden in Santander oder Umgebung? In der spanischen Provinz Kantabrien ist heute Feiertag. Der Día Nacional de Cantabria oder auch Día de las Instituciones wird jedes Jahr am 28. Juli in Erinnerung an die Gründung der Provinz und späteren Comunidad Autónoma Cantabria im Jahr 1833 gefeiert.  Zum Festprogramm gehören neben Konzerten, Kinderprogramm und einem Festumzug auch traditionelle kantabrische Sportwettkämpfe wie die carrera de ollas. Dabei werden zwei große, mit jeweils 45 Litern Wasser gefüllte Milchkannen möglichst oft über einen festlegten Parcours geschleppt. Wer die meisten Runden schafft, ist Sieger…

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Unabhängigkeitstag in Peru

Mittwoch, 28. Juli 2010 6:14

Und weiter geht’s im Feiertagsreigen… Wer sich die spanischsprachige Welt vornimmt, der hat dieser Tage viele Unabhängigkeitsfeiern zu vermelden. So auch in Peru, wo am heutigen 28. Juli der Unabhängigkeitserklärung vom 28. Juli 1821 gedacht wird.

Übrigens: nebem dem Spanischen haben in Peru auch Quechua und Aymara, zwei indigene Sprachen der südamerikanischen Ureinwohner, den Rang einer offiziellen Sprache. Mit mehr als 7 Millionen Sprechern ist Quechua die am weitesten verbreitete indigene Sprache Südamerikas.

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