Eine Stadt sieht rot: Tomatina in Buñol
Am heutigen letzten Mittwoch im August gibt es im valencianischen Buñol, im Osten Spaniens, nur noch eine Farbe: rot. Mit mehr als 100.000 Kilo reifen Tomaten liefern sich inzwischen mehr Gäste als Einwohner eine einstündige Schlacht. Los geht es um 11 Uhr vormittags, um 12 Uhr mittags ist Schluss – danach ist das Werfen mit Tomaten strengstens verboten, denn dann rückt die Feuerwehr an…
Die Tomatina findet bereits seit Mitte der 1940er Jahre statt, ihren Ursprung hat sie wahrscheinlich in einer Streiterei zwischen Jugendlichen während eines Festtagsumzugs, in deren Verlauf die Auslagen eines nahen Gemüsestandes zu Wurfgeschossen umfunktioniert wurden. Seit 1957 ist die Tomatenschlacht im August offiziell erlaubt. Nachdem sie in den 1980er Jahren durch eine Fernsehreportage in ganz Spanien bekannt wurde, setzte der Siegeszug der Tomatina sich auch international fort – heutzutage kommen mehrere zehntausend Besucher in das 9.000 Einwohner zählende Städtchen, um einmal von Kopf bis Fuß nur rot zu sehen…
Internationale Ableger der Tomatina gibt es mittlerweile auch. Seit es im kolumbianischen Sutamarchán 2004 einen Ernteüberschuss an Tomaten zu vermelden gab, wird dort am 15. Juni Tomatina gefeiert. Und auch in der chinesischen Stadt Dongguan werden am 19. Oktober nach spanischem Vorbild jedes Jahr bis zu 15 Tonnen Tomaten verfeuert.