Feiertage in Frankreich: Weihnachten à la française


Feiertage in Frankreich: Weihnachten à la française

Gepostet Von am 21.12.2010 in Frankreich, Land & Leute, Newsticker

Wussten Sie, dass in Frankreich an Heiligabend noch ganz regulär gearbeitet wird und es auch nur einen Weihnachtsfeiertag gibt? Dass im Gegenzug in Großbritannien dieses Jahr vier Tage lang Weihnachten gefeiert werden kann, weil Feiertage, die auf ein Wochenende fallen, nachgeholt werden? Und dass der „Dicke“, der in Spanien im Mittelpunkt der Vorweihnachtsfreude steht, keineswegs der Weihnachtsmann, sondern ein Lotteriegewinn ist?

Schon innerhalb Europas sind die Traditionen sehr unterschiedlich, doch eines haben wir derzeit alle gemeinsam: wir freuen uns auf Weihnachten! Deshalb schließen wir unseren Newsticker vor Weihnachten mit einer zunächst dreiteiligen Reihe über Weihnachten in Europa, die in den kommenden Jahren hoffentlich immer länger werden wird…

Teil 1 heute: Weihnachten à la française…

Im Vergleich zum deutschen ist das französische Weihnachtsfest ziemlich schnell wieder vorbei. Anders als in Deutschland und Großbritannien gibt es in Frankreich (ebenso wie in Spanien) nämlich nur einen offiziellen Weihnachtsfeiertag am 25. Dezember. Dazu kommt, dass an Heiligabend in der Regel noch ganz normal gearbeitet wird, erst am Abend kommt man gemütlich mit der Familie zusammen.

Dafür wird dann besonders gut gegessen. Zu einem französischen Weihnachtsmenü gehören Austern ebenso wie Truthahn mit Maronen (Dinde aux marrons), Gänseleberpastete (Foie Gras), geräucherter oder marinierter Lachs (Saumon), Jakobsmuscheln (Noix de Saint Jacques) oder Ente (Canard) – Hauptsache ausgiebig und köstlich. Als Dessert darf traditionellerweise die Bûche de Noël nicht fehlen. Diese wie ein Holzscheit geformte gefüllte Biskuitrolle geht auf den Brauch zurück, in den Nächten zwischen Weihnachten und Neujahr einen Holzscheit langsam im Kamin verglimmen zu lassen, dessen Asche dann im neuen Jahr über die Felder verstreut wurde und diese fruchtbarer machen sollte. Da die wenigsten Städter heute noch über einen Kamin verfügen, findet sich inzwischen mehrheitlich die kulinarische Variante der traditionellen bûche de Noël.

Während die Festgesellschaft die Mitternachtsmesse besucht, kommt Père Noël („Vater Weihnachten“) und bringt die Geschenke – geöffnet werden dürfen diese aber erst am Morgen des 25. Dezember…

Joyeux Noël!

Wie in Großbritannien und Spanien gefeiert wird, lesen Sie in den nächsten beiden Tagen hier im mehrsprachig handeln-Newsticker.

KF/msh

Dr. Katja Flinzner